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Produktübersicht Lüftung

Bei der Errichtung und dem Betrieb einer Klima- oder Lüftungsanlage sind neben visuellen Kontrollen vor allem auch mit der geeigneten Messtechnik die Funktion und deren planmäßiger Betriebszustand festzustellen und zu dokumentieren.

Bereits im Herstellerwerk werden an den Komponenten Prüfungen wie z.B. Dichtheitstests oder Druck- und sonstige Leistungsprüfungen zur Qualitätssicherung vorgenommen. Montagebegleitende Messungen sind z.B. dann insbesondere der Dichtheitstest oder die Sauberkeitsprüfung.

Ein ganz wichtiger Punkt zur Inbetriebnahme ist der Abgleich bzw. die Einregulierung der Luftmengen, die in jedem Fall durchzuführen sind. Die Abnahme sieht in der Regel eine stichprobenartige Kontrollen diverser Parameter vor. Die zahlreichen Messmethoden und Messgeräte sind in DIN EN 12599 beschrieben, bzw. in DIN 1946-6 und DIN EN 14134 für die Wohnungslüftung, wobei die messtechnischen Aufgaben bei großen RLT- Anlagen und Wohnungslüftungsanlagen durchaus ähnlich sind. Die wesentlichen bei einer Abnahme durchzuführenden Messungen sind auch bei der energetischen Inspektion nach § 12 der EnEV vorgeschrieben.

Letztendlich dienen die messtechnischen Nachweise dazu, die Versorgung mit dem wichtigsten aller Lebensmittel, nämlich gesundheitlich zuträglicher Atemluft in ausreichendem Maße über die Lüftungsanlage sicherzustellen. Nicht selten ermöglicht gerade eine Langzeit-Raumluftqualitätsmessung im Wohnungsbereich überhaupt erst zu beweisen, dass lüftungstechnische Maßnahmen dringend notwendig sind.

Messung

Volumenstrommessung mit dem Wöhler CFM 600

Einregulierung der Lüftungsanlage

Der Abgleich der Luftmengen, vor allem der Zuluft, bzw. deren Einregulierungen sind zwingend notwendig, um die planungsgemäße Funktion und gewünschte Raumluftqualität sicher zu stellen. In der Wohnungslüftung ist darüber hinaus der Nachweis einer Einregulierung der Volumenströme in den einzelnen Räumen Voraussetzung, wenn öffentliche Förderprogramme, z.B. bei  der KfW, in Anspruch genommen werden. 

Vom Prinzip her sollte die Einregulierung so erfolgen, dass bei der Nennluftmenge die Regelorgane im längsten Strang voll geöffnet sind, um den geringsten Druckverlust zu ermöglichen. Neben den Volumenstrommessungen an Luftdurchlässen mit Trichtern ist dazu meist auch die Ermittlung der Volumenströme über Differenzdruckmessungen an Einregulierkomponenten wie z.B. Irisblenden, Jalousieklappen notwendig. Nicht zu vergessen die Luftmengenmessungen am Gerät selbst, die bei großen RLT-Geräten meist an der Einlaufdüse der Ventilatoren vorgenommen werden können.

Dichtheitsprüfung mit dem Wöhler DP 700

Abnahmemessung von Lüftungsanlagen

Abnahmemessungen werden nach DIN EN 12599 stichprobenartig im vorher festzulegenden Umfang durchgeführt. Die DIN EN 12599 ist vor allem auch in Verträgen nach der VOB C gefordert.

Vorhandene Einregulierprotokolle können den Abnahmeaufwand ggfs. deutlich reduzieren und vor allem Nachbesserungen vermeiden. Der Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Luftmengenkontrolle, aber auch die Leistungsaufnahme, der Gesamtdruck, der Druckverlust am Filter, der Temperaturen, der Feuchte etc. sind nachzuprüfen. Nicht zuletzt sind diese Parameter bzgl. der Energieeffizienz von Relevanz und auch Bestandteil der späteren energetischen Inspektion nach § 12 der EnEV.

Während es sich bei der Abnahme nach DIN EN 12599 meist um eine förmliche Abnahme handelt, findet bei Wohnungslüftungsanlagen nach DIN 1946-6 lediglich -sofern nicht anders vereinbart- nur eine Übergabe statt. Der Fachhandwerker ist jedoch gut beraten, auch hier eine Dokumentation vorzunehmen.  

Nach Ergebnissen aus einer Dichtheitsmessung wird bei der Abnahme gefragt, diese ist aber bereits während der Montagephase durchzuführen.

Raumluftqualität mit dem Wöhler CDL 210 CO2 Datenlogger ermitteln

Raumluftqualität messen

Die Raumluftqualität beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere Produktivität und unsere Gesundheit. Dabei sind Faktoren wie die Luftfeuchtigkeit, der CO2-Gehalt sowie die Temperatur entscheidend für „gute“ Luft.

Eine kontinuierliche Überwachung dieser Parameter, wie z.B. nach VDI 6022 Blatt 3 empfohlen, gibt nicht nur Aufschluss über das Lüftungsverhalten sondern verdeutlicht vor allem, ob Feuchtigkeit und Schadstoffe ausreichend abgeführt werden. Bezüglich Schadstoffen, z.B. aus Baumaterialien, Möbeln usw., ist für Räume mit dauerhafter Personenbelegung der CO2-Gehalt meist auch ein ausreichender Indikator.

Mit der Raumluftqualitätsmessung kann das manuelle Lüftungsverhalten dokumentiert werden, z.B. um Verbesserungsmaßnahmen vorzuschlagen. Ebenso kann diese Messung als Ausgangsbasis dienen, um über den Einbau einer mechanischen Lüftung zu beraten. Es kann aber auch die Lüftungseffektivität einer vorhandenen Lüftungsanlage damit festgestellt werden.

Energetische Inspektion

Energetische Inspektion gem. § 12 EnEV

Bei der energetischen Inspektion geht es darum, die Effizienz der wesentlichen Komponenten einer RLT-Anlage und die Anlagendimensionierung im Verhältnis zum Kühlbedarf des Gebäudes festzustellen und zu bewerten. Nach § 12 EnEV, Absatz 1 ist der Betreiber eines Gebäudes mit installierten Klimaanlagen mit einer Nennleistung für den Kältebedarf von mehr als zwölf Kilowatt zur Durchführung der energetischen Inspektionen verpflichtet. Die energetische Inspektion ist erstmals 10 Jahre nach der Inbetriebnahme der Anlage oder der Erneuerung wesentlicher Bauteile und danach wiederkehrend mindestens alle zehn Jahre durchzuführen mit dem Ziel, Maßnahmen zur kosteneffizienten Verbesserung der energetischen Eigenschaften der Anlage vorzuschlagen.

Dazu sind lufttechnische Messungen an der Anlage und die Messung der elektrischen Leistungsaufnahme der Ventilatoren vorzunehmen. Die Durchführung an den mindestens 10 Jahre alten Anlagen setzt teilweise andere Messausstattungen voraus als an Neuanlagen.

Instandhaltung

Sauberkeit von Klima- und Lüftungsanlagen einfach beurteilen

Hygiene-Inspektion und Videoinspektion

Im Rahmen der Wartung- und Instandhaltung von RLT- und Wohnungslüftungsanlagen sollte eine regelmäßige Prüfung hinsichtlich Anlagenschäden und Sauberkeit erfolgen. Die durchzuführenden  Hygienemaßnahmen sind für RLT-Anlagen z.B. in der VDI 6022 beschrieben, während für die Wohnungslüftungsanlagen die DIN 1946-6 heranzuziehen ist. 

An den Luftverteilsystemen ist eine Sichtkontrolle auszuführen, die vorteilhafterweise mit Videosystemen durchgeführt wird. Damit kann der Sauberkeits-Ist-Zustand sowie gegebenenfalls der Endzustand nach der Reinigung dokumentiert werden. In erster Linie ist dabei die Staubflächendichte auf den luftführenden Oberflächen optisch zu beurteilen. Dazu gibt es ergänzende messtechnische Möglichkeiten nach VDL 6022 Blatt 1.3.

Reinigung mit der Wöhler Biegewelle

Reinigung von Lüftungsanlagen

Jede Verschmutzung in einer Luftleitung führt unweigerlich zu einem höheren Energieverbrauch und kann die Raumluftqualität beeinträchtigen. Dieses gilt für raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) in Nicht-

Wohngebäuden genauso wie für Lüftungsanlagen in Wohnbereichen (Lüftungsanlagen nach DIN 1946-6) und in klassischen Mehrfamilienhäusern mit innenliegenden Bädern (Lüftungsanlagen nach DIN 18017).

Zu Beginn und nach Abschluss jeder Reinigung sollte die Lüftungsanlage mit einer Inspektionskamera inspiziert und der Zustand festgestellt und dokumentiert werden.

Bei der Reinigung kommen vorzugsweise rotierende Bürsten zum Einsatz. Um den gelösten Schmutz abzusaugen, wird eine Staubfalle eingesetzt, die ein sauberes Arbeiten in den Räumen ermöglicht.

Volumenstrommessung Wöhler FA 430

Prüf- und Kontrollmessungen

Veränderungen an der Lüftungsanlage selbst, geänderte Nutzungsbedingungen, Nutzerbeschwerden oder Kontrollmessungen bzgl. der Energieeffizienz lassen Messungen auch im Anlagebetrieb notwendig werden. Aber auch nach Reinigungs- und Wartungsarbeiten ist eine Kontrolle der Einstellwerte oft notwendig.

In der Regel wird man hier ähnlich wie bei einer Abnahme vorgehen und Volumenströme und Regelungszustände überprüfen. Vor allem im Beschwerdefall wird man auch die Behaglichkeit bzw. Raumluftqualität beurteilen. Hierzu können Datenaufzeichnungen notwendig sein, um auch unterschiedliche Betriebszustände beurteilen zu können.

Qualitätssicherung

Dichtheitstest Lüftungsanlage

Fertigungsüberwachung

Eine regelmäßige Qualitätskontrolle mit entsprechenden Nachweisen ist oft nur bei DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagementsysteme) zertifizierten Firmen üblich. Dabei liegen die Vorteile einer freiwilligen, herstellereigenen Serienüberwachung auf der Hand, wenn die Qualitätserfüllung durch dokumentierte Stichprobenmessungen nachgewiesen werden kann.

Bei den Herstellern von höherwertigen Komponenten,  z.B. Geräten und Wärmeübertragern (Wärmetauschern) usw., sind u.a. Dichtheitstests bereits normativ verpflichtend. Nun kommen mit der DIN EN 16798-3 auch für Luftleitungshersteller Forderungen auf, die eine Dichtheits-Klassifizierung der einzelnen Komponenten notwendig machen wird, denn gerade die Dichtheitsprüfung von Luftleitungen wird unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz, und nicht nur wegen der abzusehenden CE-Kennzeichnung, künftig zu einer Grundvoraussetzung bei Abnahmen werden müssen!

Aber auch die Sauberkeit der zur Auslieferung gelangenden Luftleitungskomponenten sollte sichergestellt und im Rahmen der Qualitätssicherung dokumentiert werden.

D-Test Lüftungsanlagen

Montageüberwachung

Ausführende Firmen sind gut beraten, montagebegleitende Messungen vorzunehmen. Ein Dichtheitstest an Luftleitungen, der erst bei der Abnahme durchgeführt wird, ermöglicht mangels dann meist eingeschränkter Zugänglichkeit kaum noch Nachbesserungen. Nach wie vor wird der Anteil der montagebedingten Leckage unterschätzt.

Ebenso sollte eine Überprüfung der Sauberkeit regelmäßig abschnittsweise je nach Montagefortschritt erfolgen. Sehr oft ist eine Feststellung der Sauberkeit (dokumentierte „Zwischenabnahme“) von Vorteil, wenn Verschmutzungsgefahr durch andere Gewerke besteht.