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  Messen

Beurteilung von Schimmelpotenzial an Wärmebrücken / durch Nutzerverhalten

Schimmelbefall kann unterschiedliche Ursachen haben. Allgemein gilt: Ab einer relativen Luftfeuchte von 80 % besteht die Gefahr eines Schimmelpilzbefalls.  

An Wärmebrücken

Neben Rohrbrüchen, dem Nutzer- und Lüftungsverhalten sind häufig auch Wärmebrücken ein entscheidender Faktor. Wärmebrücken führen häufig zu einem hygienischen und ggf. gesundheitlichen Problem.

Dabei wird zwischen geometrischen, konstruktiven, punktuellen und materialbedingten Wärmebrücken unterschieden. Bei Wärmebrücken wird die Wärme besser (ab)geleitet und damit schneller nach außen transportiert, als es durch die angrenzenden Bauteile passiert. Dadurch kühlt das Bauteil schneller aus. Ein einfaches Beispiel für eine geometrische Wärmebrücke ist die Raumecke. Durch das geringere Temperaturniveau des kalten Bauteils (Raumecke) kommt es in der Grenzschicht der Luft zu einer Erhöhung der relativen Luftfeuchte. Dadurch kann Tauwasser am Bauteil ausfallen. Dieses Tauwasser kann erhebliche Schäden an der Bausubstanz verursachen. Am häufigsten treten Wärmebrücken an folgenden Bauteilen auf:

  • Fensteranschluss
  • Innenwandanschluss an Außenwand, Boden oder Decke
  • Bodenplatte an Außenwand und Fundament
  • Einbindung Deckenplatte in Außenwände 
  • Innen und Außenecken von Fassaden
  • Anschlüsse auskragender Bauteile, wie z.B. Balkone oder Vordächer
  • Eckausbildung von Außenwand an Decke/Dach
  • Durchgangspunkte von Versorgungleitungen.

Durchführung einer Messung zur Beurteilung von Schimmelpotenzial

Wenn Feuchte bzw. Schimmel an den Oberflächen erkennbar sind, kann mit dem Wöhler IR Temp 310 eine Bestandsaufnahme des Bauteils hinsichtlich der Temperaturen und des Feuchteausfalls durch Taupunktunterschreitung durchgeführt werden. Nach der Auswahl des THB- Modus wird die Linse auf den zu messenden Bereich gerichtet. Zur Anzeige des Messkreises, muss lediglich die Messtaste gedrückt werden, dann wird der Messbereich als roter Punktkreis auf der Oberfläche dargestellt.

Bei der Messung werden Temperaturunterschiede zwischen Wand- und Raumtemperatur dargestellt. Dabei werden kritische Bereiche, bei denen Wärmebrücken entstehen, im Display mit einem Farbbalken sowie einem Haus-Symbol angezeigt. Die Farben ändern sich gemäß der folgenden Abbildung, je nachdem, ob die Wand- oder die Umgebungstemperatur höher ist.

Abbildung 1: Farbskala und Symbolik THB-Modus

Durch Nutzerverhalten

Auch das Nutzerverhalten kann zu einer Schimmelproblematik beitragen. Beispielsweise durch nicht angepasstes Lüftungsverhalten, oder beispielsweise durch das Lüften per Fensterkippstellung. Experten sagen, man sollte 2-4-mal am Tag Stoßlüften (Fenster komplett geöffnet), um die relative Feuchte zu verringern. Für ein gesundes Wohnklima empfiehlt sich eine relative Feuchtigkeit zwischen 30 – 60 %. Je nach Jahreszeit können die Werte für einen begrenzten Zeitraum auch darunter (bis 25 % im Winter) oder darüber (bis 65 % im Sommer) liegen. Die relative Feuchte kann z.B. mit Hilfe eines Wöhler IR Temp 310 Infarotthermometer, einem Wöhler CDL 210 CO2 Datenlogger oder eines Hygrometers überprüft werden. Aktives Lüften ist die einzige effektive Maßnahme, um Feuchtigkeit aus der Wohnung zu bekommen.

In manchen Feuchträumen (Bädern) gibt es aber kein Fenster, da muss laut DIN 18017-3 ein Abluftventilator den Austausch der Luft ermöglichen. Da ist häufig das Problem, dass die Gitter oder Filter total verschmutzt sind und der Luftaustausch nicht mehr gewährleistet ist. Der Ventilator sollte regelmäßig gereinigt werden, sodass er seine Leistung voll ausschöpfen kann. Das kann mit Hilfe des Wöhler FA 410 Flügeradanemometer überprüft werden.

Komfortables Lüften wird in dichten Gebäuden durch Lüftungsanlagen gewährleistet. Diese werden nach DIN 1946-6 geplant. Neben dem regelmäßigen Filtertausch ist auch eine Inspektion und Reinigung von Zeit zu Zeit erforderlich. Die ordnungsgemäße und energiesparende Funktion kann auch über eine Einregulierung gewährleistet werden.



Durchführung einer Messung der relativen Feuchte zur Beurteilung von Schimmelpotenzial

Wenn man den richtigen Abstand bestimmt hat, kann mit der Messung der relativen Feuchte (DPT Modus) begonnen werden. Die Linse wird auf den zu messenden Bereich gerichtet. Zur Anzeige des Messkreises, muss die Messtaste gedrückt werden. Der Messbereich wird jetzt als roter Punktkreis auf der Oberfläche dargestellt. Bei Messung der relativen Feuchte, hilft eine Farbskala. Durch unterschiedliche Tropfen-Icons unterstützen Sie beim Auffinden kritischer Stellen: Dabei wechselt die Balkenfarbe je nach Differenz zwischen der Infrarottemperatur T Objekt und der Taupunkttemperatur (TDPT).

Abbildung 2: Farbskala und Symbolik im DPT-Modus

 

60 % < Relative Feuchte ≤ 75%: 

75 % < Relative Feuchte ≤ 90%: 

Relative Feuchte > 90%: 

 

HINWEIS! Die Tropfenicon  zeigen die Gefahr von Kondensatbildung und somit die Gefahr der Schimmelpilzbildung an.

Alle angezeigten Messergebnisse können notiert werden und als Nachweis genutzt werden.

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